Rück- und Ausblick auf die KW 43 Alle Trading News im Blick

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Rück- und Ausblick auf die KW 43: Aktuelle News aus Wirtschaft und Geldpolitik

In den USA verdichten sich kurz vor der Präsidentenwahl die Anzeichen, dass im Dezember eine Zinserhöhung ansteht. Daher ist der Dollar im Vergleich zum Euro derzeit im Aufwind. In Europa sorgte in den vergangenen zwei Wochen vor allem der „Flash Crash“ des ohnehin angeschlagenen britischen Pfunds für Aufregung. Darüber hinaus können Bengt Holmström und Oliver Hart über den Wirtschaftsnobelpreis für ihre Beiträge zur Vertragstheorie freuen.

WIRTSCHAFT UND GELDPOLITIK

EU: In der Nacht vom 6. auf den 7. Oktober brach der Pfund Sterling aufgrund von massenhaften Verkäufen plötzlich um fast zehn Prozent ein. Dieses Phänomen bezeichnen Börsianer als „Flash Crash“. Die Händler konnten zunächst keinen Grund für einen solch dramatischen Absturz ausmachen. Der Kurssturz wurde wohl durch den automatischen Computerhandel ausgelöst. Als Auslöser kommt übrigens auch ein sogenannter „Fat-Finger-Trade“ infrage. Dabei handelt es sich um eine versehentlich ausgeführte Transaktion aufgrund eines Tippfehlers. Das Pfund in verlor in kurzer Zeit dramatisch an Wert und könnte weitere technische Algotrader mitgezogen haben. Dies führte zu einem schnellen und scharfen Kursverlust. Dies zeigt erneut, welchen Einfluss computergesteuerte Handelsprogramme mittlerweile auf die Märkte haben. Die sogenannten Algotrades reagieren extrem schnell auf Schlagzeilen und Marktdaten und können so sehr rasch die Kurse von einzelnen Unternehmen, aber auch ganzen Branchen und Märkten in Bewegung bringen. Die Programme entscheiden automatischen, ob sie eine Aktie kaufen oder verkaufen möchten.

Nach dem „Flash Crash“ sank die britische Währung weiter. Am Montag danach verbilligte sich das Pfund um mehr als einen halben Cent. Weiterhin geht an der britischen Börse auch die Angst vor einem „harten Brexit“ um. Dieser könnte bedeuten, dass der freie Zugang zu EU-Binnenmarkt passé ist. Eine dauerhafte Schwäche des Pfunds wird daher nicht ausgeschlossen.

Das Brexit-Votum sowie der Kursverfall des Pfunds hat nun auch für die EU erste Folgen. Der Haushalt der EU weist ein Defizit von mehreren Hundert Millionen Euro auf. Der EU-Haushalt wird eigentlich in Euro aufgestellt, doch der britische Beitrag zum Haushalt wird in Pfund beglichen – nach dem Kurs vom Ende des Jahres 2020. Doch zwischen Dezember 2020 und Oktober 2020 ist viel passiert: Das Brexit-Votum im Juni hatten einen Verlust des Pfunds von mehr als zehn Prozent zur Folge. Nun kommt nicht der komplette fällige Betrag in Euro an. Allerdings darf der EU-Haushalt kein Defizit aufweisen. Daher gibt es nun drei Möglichkeiten: Die Briten erhöhen ihren Beitrag, andere Länder schließen die Lücke oder der Fehlbetrag wird mit Einnahmen aus Strafzahlungen ausgeglichen. Eine Entscheidung hierzu muss vor Jahresende fallen.

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Der drohende Brexit beschäftigt auch das Nachbarland Irland, doch in den vergangenen Monaten sind die anfänglichen Sorgen gewichen und man blickt wieder deutlich optimistischer in die Zukunft. Die irische Wirtschaft wird in diesem Jahr dennoch etwas schwächer wachsen als zunächst gedacht. Eine frühere Prognose sah einen Zuwachs beim Bruttoinlandsprodukt von 4,9 Prozent vor. Derzeit wird nur noch ein Plus nur noch 4,5 Prozent erwartet. Die Gründe hierfür sind ein schwächeres Anziehen der Exporte sowie der Binnenkonjunktur. Dennoch bleibt Irland die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft in der EU. Und auch für das kommende Jahr erwartet die irische Notenbank einen Zuwachs des BIP von 3,6 Prozent.

Auch aus Italien gibt es positive Nachrichten. Die italienischen Unternehmen haben im August 1,7 Prozent mehr produziert als im Juli. Dies ist nicht nur der zweite Anstieg in Folge, sondern auch eine Überraschung, denn einige Ökonomen hatten eher mit einem leichten Rückgang der Produktion um 0,1 Prozent gerechnet. Der Anstieg der Produktion im August war der kräftigste seit sieben Monaten. Dies deutet insgesamt auf eine positive Entwicklung in Italien – immerhin die drittgrößte Volkswirtschaft in der Eurozone – hin. Im Frühjahr stagnierte die italienische Wirtschaft noch, doch nun erwartet die Regierung aber ein BIP-Wachstum von 0,8 Prozent. Italien hat seit längerem mit einer hartnäckigen Konjunkturflaute zu kämpfen, die sich auch auf die Bankenbranche auswirkt.

In Spanien gelingt es seit nunmehr neun Monaten und zwischenzeitlichen Neuwahlen nicht, eine tragfähige neue Regierung zu bilden. Die Sozialisten lehnen es weiterhin ab, eine von den Konservativen geführte Minderheitsregierung zu unterstützen. Dennoch kündigte der spanische Wirtschaftsminister Luis de Guindos für dieses Jahr ein Wirtschaftswachstum an. Er sagte, dass die Wirtschaftsleistung um mehr als 3,1 Prozent zulegen könnte. Derzeit lautet das offizielle Ziel 2,9 Prozent. Dennoch könnte Spanien sein Defizitziel von 3,1 Prozent der Wirtschaftsleistung im Jahr 2020 verfehlen. Bislang gelang es aufgrund der schwierigen politischen Situation im Land noch nicht, einen neuen Haushalt für das kommende Jahr aufzustellen.

Die deutschen Exporte sind im August so stark gestiegen wie seit mehr als sechs Jahren nicht mehr. Im August wurden 5,4 Prozent mehr Waren exportiert als im Juli. Experten hatten bislang nur mit einem Plus von 2,2 Prozent gerechnet. Im Vergleich zum August 2020 lag die Zahl der Exporte sogar um 9,8 Prozent höher. Besonders stark waren im August die Exporte in andere EU-Länder, besonders in Länder die nicht zur Eurozone gehören. Diese stiegen um zehn Prozent. Und auch in den Rest der Welt wurden 9,6 Prozent mehr Waren geliefert. Von Januar bis August 2020 nahmen die deutschen Exporte insgesamt um 0,8 Prozent zu und stiegen damit auf 795 Milliarden Euro. Auch die Importe nahmen im August um drei Prozent zu, so viel wie seit fast zwei Jahren nicht mehr.

In Österreich plant der Finanzminister, in seiner Haushaltsplanung für 2020 die Kosten für Flüchtlinge herauszurechnen. Auf diesem Weg soll ein strukturell ausgeglichener Haushalt erreicht werden. In Österreich soll das strukturelle Defizit auch 2020 bei 0,5 der Wirtschaftsleistung liegen. Bei dieser Zahl sind Konjunkturschwankungen und Sondereffekte bereits herausgerechnet. So könnte Österreich die Vorgaben der Europäischen Union erreichen. Noch im Mai ging man in Österreich von einem doppelt so hohen Minus aus.

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Die Handelsabkommen TTIP und Ceta zwischen den Staaten der EU und den USA bzw. Kanada sind auf beiden Seiten des Atlantiks weiterhin umstritten. Nun hat Belgien, genauer gesagt die Region Wallonien, Ceta abgelehnt. Darüber hinaus haben Rumänien und Bulgarien weiterhin Vorbehalte gegen das Handelsabkommen der EU mit Kanada. Daher konnte bei der EU-Kommission in Brüssel noch keine endgültige Einigung erzielt werden. Es ist dennoch geplant, dass Ceta am 27. Oktober 2020 unterschrieben werden soll.

Während der Dollar in der Erwartung einer Zinserhöhung im Dezember weiter steigt, rutschte der Euro auf ein Elf-Wochen-Tief. Auch die Aussicht darauf, dass Hillary Clinton die US-Präsidentenwahl gewinnen wird, stärkt den Dollar. Die Märkte unterstellen ihr eine höhere Berechenbarkeit als ihrem Konkurrenten Donald Trump. Zudem geht man davon aus, dass sie die Politik von Barack Obama im Großen und Ganzen weiterführen wird.

USA: Weiterhin gehen viele Händler in den USA von einer Zinserhöhung im Dezember aus. Derzeit sehen einige Experten die Zahlen jedoch noch nicht stark genug, damit die Fed akut reagieren müsste. Unter anderem gibt es neue Daten vom Arbeitsmarkt: Die US-Unternehmen und der Staat schufen in den vergangenen Monaten insgesamt 156.000 Jobs außerhalb der Landwirtschaft, wie das US-Arbeitsministerium bekanntgab. Experten gingen ursprünglich von einem Zuwachs von 175.000 Stellen aus. Der Staat strich übrigens insgesamt 11.000 Arbeitsplätze. Die Arbeitslosenquote stieg ein wenig auf nun fünf Prozent. Für Loretta Mester von der US-Notenbank in Cleveland sind dies „solide Zahlen“, die für US-Verhältnisse Vollbeschäftigung bedeuten. Daher sprach sie sich für eine Zinserhöhung um einen Viertelprozentpunkt aus. Fed-Chefin Janet Yellen bezeichnete den starken Stellenzuwachs in den vergangenen Monaten allerdings als nicht nachhaltig. Ihrer Ansicht nach drohe eine Überhitzung der Wirtschaft. Ein monatliches Stellenplus von knapp unter 100.000 sei ausreichend.

Im Vergleich zum Vormonat stiegen im September die Erlöse in den USA um 0,6 Prozent. Auch in der Automobilbranche, die zuletzt schwächelte, sah die Lage wieder positiver aus. Im Juli stiegen die Erlöse nur leicht und auch im August lagen die Umsätze im Einzelhandel nur bei 0,2 Prozent. Damit sind die September-Zahlen ein sehr gutes Zeichen für die US-Konjunktur, denn gerade der private Konsum ist in der größten Volkswirtschaft der Welt sehr wichtig und macht rund 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Dagegen sank das Barometer für Verbrauchervertrauen im Oktober überraschend von rund 91 Prozent auf nur noch knapp 88 Prozent. Dies ist der niedrigste Wert seit September 2020. Experten zeigten sich überrascht, denn man hatte mit einem Anstieg auf knapp 92 Prozent gerechnet.

Außerdem ging in den USA am 30. September das Steuerjahr zu Ende. Das US-Haushaltsdefizit ist im abgelaufenen Steuerjahr zwar gestiegen, aber nicht so stark wie befürchtet. Die USA gaben insgesamt 3,85 Billionen Dollar aus und kamen damit auf ein Defizit von 587 Milliarden Dollar. Dies bedeutet einen Anstieg des Defizits um 34 Prozent. Die US-Regierung ging bis vor kurzem noch von 28 Milliarden Dollar mehr beim Haushaltsdefizit aus. In einigen Ressorts konnte man allerdings die Ausgaben senken und so ein besseres Ergebnis als erwartet erreichen.

Geldpolitik:

Die EZB will ihre lockere Geldpolitik beibehalten, um der Konjunktur und der Preisentwicklung weiterhin Impulse zu geben. Im Protokoll der EZB-Sitzung aus dem September, das kürzlich veröffentlicht wurde, heißt es, dass die Finanzierungsbedingungen so gestaltet werden müssen, dass sie zur Erholung der Konjunktur und der Inflationsentwicklung beitragen. Da Aufrechterhalten der gegenwärtigen geldpolitischen Unterstützung sei daher sehr wichtig. Dennoch soll sich der EZB-Rat nicht übermäßig von Markterwartungen beeinflussen lassen. Zudem wiesen die EZB-Verantwortlichen auf ihrer Sitzung im September darauf hin, dass bei einigen Anleihen im Wertpapier-Kaufprogramm der EZB Knappheitsprobleme bestehen. Man betonte dass zu jeder zeit die Details des Programms verändert werden können, um das selbstgesteckte Ziel zu erfüllen.

Die Preisentwicklung in der EU zeigt jedoch, dass die EZB noch weit von ihrem Ziel entfernt ist. Die Zentralbank sieht eine Teuerungsrate von zwei Prozent als optimal für die Konjunktur an. Im September kosteten Waren in der Eurozone etwas mehr als ein Jahr zuvor. Die Teuerungsrate betrug 0,4 Prozent und ist damit noch weit von der Zielvorgabe der EZB entfernt. Im Vergleich zum August (0,2 Prozent) legte sie etwas zu. Ein Grund für den Preisanstieg sind die Energiepreise, die nicht so stark gefallen sind wie in den Vormonaten. Energie war nur noch drei Prozent billiger als im September 2020.

In dieser Woche findet erneut ein Treffen des EZB-Rates statt. Politik und Wirtschaft erwarten aber nicht, dass die EZB von ihrem umstritten Anleihen-Programm abweichen wird. Auch wenn die EZB ihre Strategie ändern sollte, muss dies umsichtig geplant werden. Auf ein abruptes Ende der Geldschwemme durch die EZB könnten die Märkte nervös reagieren.

Markttechnische Betrachtung:

Tageschart des EUR/USD

Im Tageschart des EUR/USD kann man deutlich erkennen, dass sich der Kurs seit Mai letzten Jahres in einem Abwärtstrend befindet. Aktuell sieht man, dass der Kurs fast das Tief aus dem März diesen Jahres erreicht hat. Diese Marke sollte auf jeden Fall Unterstützung bieten. Seit geraumer Zeit vertrete ich die Meinung, dass erst beim Kurs von 1$ das Ende der Fahnenstange erreicht sein wird. Alle fundamentalen Daten sprechen dafür. Aber aus markttechnischer Sicht wird es mittelfristig zu einer weiteren Erholung kommen, bis der Kurs weiter nach Süden fortgesetzt werden wird.

Tageschart von Gold

Seit dem Sommer des Jahres 2020 bewegt sich der Kurs von Gold in einer Seitwärtsrange. An der Oberseite, die natürlich schwer auszumachen war, hätten sich erste Short Positionen angeboten. Trader, die von fallenden Kursen ausgingen hätten an dieser Marke Gold online Short kaufen können. Aktuell ist der Kurs an der Unterseite der Range angekommen, sodass charttechnisch orientierte Trader hier auf jeden Fall Long Positionen kaufen können. Mit Laufzeiten von mehreren Tagen könnten auch gut Call Optionen bei einem binäre Optionen Broker gekauft werden. Mittelfristig gehe ich auf jeden Fall von erstmal steigenden Kursen aus.

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Handelschancen dank Rück- und Ausblick der 38 KW

Das Event der Woche war ohne Frage der Fed-Zinsentscheid. Zuvor wurden zwar auch keine unwichtigen Daten mit den US-Einzelhandelsumsätzen sowie der EU-Inflation veröffentlicht, die Auswirkungen, die von diesen Daten ausgingen, waren jedoch eher verhalten geblieben. Auch der ZEW-Konjunkturerwartungen-Indikator konnte weder für Deutschland noch für die EU Zone überzeugen.

Wirtschaft und Geldpolitik

EU: Aus der EU wurden folgende Daten veröffentlicht

  • Verbraucherpreisindex aus Italien, Frankreich, Großbritannien und der EU
  • ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland und die EU
  • EU-Handelsbilanz
  • Arbeitsmarktdaten für Großbritannien sowie Einzelhandelsumsätze

Der Verbraucherpreisindex für den Monat August ist in Italien sowohl im Vergleich zum Vormonat als auch Vorjahr unverändert bei 0,2 % ausgefallen. Die Erwartungen waren ebenfalls unverändert zum Vormonat. Frankreichs VPI ist im Vergleich zum Vormonat angestiegen. Es wurde ein stagnierender Wert erwartet. Die EU-Zone verzeichnete im Vergleich zum Vormonat keinen Anstieg, jedoch wurde ein stagnierender Wert erwartet. Der Wert im Vergleich zum Vorjahr stieg um 0,1 %. Erwartet wurde ein Anstieg in Höhe von 0,2 %. Der Kern VPI stieg im Vergleich zum Vorjahr etwas geringer als erwartet an. Der Wert im Vergleich zum Vormonat ist entgegen den Erwartungen angestiegen.

Der ZEW-Konjunkturerwartungen-Indikator fiel für den Monat September überraschend schwach aus. Für Deutschland betrug der Wert lediglich 12,1 nach 25 im August. Für die EU-Zone fiel der Indikator auf 33,3 nach 47,6 im Vormonat. Das EU-Handelsbilanzsaldo für Juli stieg deutlich an.

Die Arbeitsmarktdaten aus Großbritannien umfassen den Durchschnittsverdienstindex, die Veränderung der Arbeitslosenstatistik sowie die Arbeitslosenquote. Der Durchschnittsverdienstindex zeigte für den Monat Juli eine höher als erwartet steigende Tendenz. Auch die Arbeitslosenquote betrug im Juli 5,5 % und damit weniger als im Vormonat (5,6 %). Jedoch ist die Anzahl der Arbeitslosen im August entgegen den Erwartungen angestiegen. Die Einzelhandelsumsätze waren verhalten. Im Vergleich zum Vorjahr ergab das Ergebnis einen geringeren Wert als schon erwartet. Im Vergleich zum Vormonat stieg der Wert wie erwartet leicht an.

USA: Aus den USA wurden folgende Daten veröffentlicht:

  • Einzelhandelsumsätze
  • Industrieproduktion
  • Verbraucherpreisindizes
  • Baugenehmigungen und Wohnbaubeginne
  • Philly Fed-Herstellungsindex

Die Einzelhandelsumsätze sind im August überraschend unter den Erwartungen ausgefallen. Auch die Industrieproduktion stagnierte im August mehr als erwartet. Die VPIs waren unverändert bis fallend. Der VPI im Vergleich zum Vormonat ist wie erwartet um 0,1 % gefallen, während er im Vergleich zum Vorjahresmonat unverändert bei 0,2 % verharrte. Der Kern VPI war im Vergleich zum Vormonat unverändert und lag wie erwartet bei 0,1 %, während der Kern VPI im Vergleich zum Vorjahr mit 1,8 % geringer ausfiel als erwartet.

Die Baubeginne fielen im August positiv aus, während die Wohnbaubeginne nicht überzeugen konnten und unter den Erwartungen waren. Der wichtige Philly Fed-Herstellungsindex stagnierte entgegen den Erwartungen stark.

Geldpolitik

Die wichtige Entscheidung der Woche kam aus den USA. Viele haben einen ersten Zinsschritt erwartet, jedoch blieb dieser vorerst aus. Die Fed behält es sich jedoch vor, im Oktober eine Pressekonferenz einzuberufen, wenn sich Daten auf dem Arbeitsmarkt verbessern. Der Zinsschritt könnte demnach alsbald erfolgen.

TECHNISCHE BEWERTUNG DER MÄRKTE:

Screen 1: 12-Stundenchart des EUR/USD

EUR/USD: Nach dem Entscheid der Fed steigt der Euro gegenüber dem US-Dollar an. Der in den letzten Tagen getestete Widerstand bei 1,1375 US-Dollar je Euro konnte überwunden werden. Damit kommt der Widerstand bei 1,1464 US-Dollar je Euro auf die Agenda. Ein Zurückfallen unter 1,1340 und danach unter 1,1250 US-Dollar je Euro würde zu einem Abwärtstrend führen, der dieses Mal das Potenzial hätte, an die blaue Aufwärtstrendlinie zu kommen.

Screen 2: Tageschart des DAX

DAX: Und was macht der DAX? Der deutsche Leitindex kann sich infolge des starken US-Dollars nicht recht vom Fleck bewegen, obgleich er vom US-amerikanischen Aktienmarkt gestützt wird. Der DAX verharrt am unteren Rand der bearishen Flagge. Diese ist weiterhin intakt. Ein Durchbruch nach unten würde ein Retest des Tiefs der letzten Wochen wahrscheinlich machen. Andererseits würde ein Durchbruch nach oben die 200er Moving Average als Widerstand in den Fokus bringen.

Screen 3: Tageschart des GBP/USD

GBP/USD: Das Währungspaar GBP/USD befindet sich grob gesehen in einer Seitwärtsrange mit einer leichten Tendenz einer Top-Bildung. Zwei Szenarien sind daher von Relevanz: der Durchbruch nach oben aus der Range oder der Retest des unteren Randes der Range sowie der Durchbruch nach unten.

Screen 4: Tageschart von Gold

Gold: Gold kann sich deutlich erholen. Auch hier spielt die Fed-Entscheidung eine bedeutende Rolle. Technisch gesehen ist der Widerstand bei 1145-1150 US-Dollar je Feinunze wichtig. Darüber hinaus die Trendlinie, die einen wichtigen Widerstand darstellt. Die weitere Entwicklung wird ebenfalls ein Stück weit von der Entwicklung im EUR/USD abhängen.

Screen 5: Handeln Sie jetzt bei der Banc de Binary

Hannover Rьck-Aktie im Fokus: In luftiger Hцhe

Aktien in diesem Artikel

DAS IST LOS BEI DER HANNOVER RЬCK:

„Ein bisschen anders“, beschreibt sich die Hannover Rьck seit vielen Jahren in ihrem Werbespruch. Das soll weniger die Gewinnentwicklung beschreiben als vielmehr die Aufstellung. Der im MDAX gelistete Konzern arbeitet besonders viel mit freien Maklern, statt sich ein weltweites Vertriebsnetz zu leisten. Gern hebt man in der Konzernzentrale daher die niedrigen Verwaltungskosten des Unternehmens hervor.

Zudem versteht sich die Hannover Rьck als reiner Rьckversicherer, der sich nicht wie Munich Re und Swiss Re nebenbei noch im Direktgeschдft mit GroЯkunden etwa aus der Industrie tummelt – was eigentlich Aufgabe von Erstversicherern wie Allianz oder AXA wдre. So etwas ьberlдsst die Hannover Rьck ihrem Mehrheitseigner Talanx, der vor allem mit seiner Marke HDI in diesem Segment weltweit aktiv ist.

Seit wenigen Monaten hat die Hannover Rьck einen neuen Vorstandschef – und der kommt ausgerechnet vom grцЯeren Rivalen Swiss Re. Der Schweizer Jean-Jacques Henchoz ьbernahm im Mai die Konzernfьhrung von Ulrich Wallin, der die Hannover Rьck seit der Finanzkrise 2009 auf Wachstum getrimmt hatte. So legten die Prдmieneinnahmen in Wallins Amtszeit um rund 85 Prozent auf mehr als 19 Milliarden Euro zu.

Der Gewinn wuchs parallel dazu um rund die Hдlfte auf fast 1,1 Milliarden Euro – trotz der anhaltenden Niedrigzinsen und eines jahrelangen Preiskampfs in der Branche. Fьr 2020 stehen dank eines 100 Millionen Euro schweren, positiven Sondereffekts als Gewinnziel rund 1,2 Milliarden Euro auf dem Zettel.

Eine Prognose fьr 2020 will der neue Chef Henchoz bei der Vorlage der Quartalszahlen am 6. November abgeben. Analysten gehen bereits davon aus, dass die Hannover Rьck die 1,2 Milliarden oder mehr im nдchsten Jahr auch ohne Sondereffekt schafft. Beim Branchentreffen in Monte Carlo schien dieser Gedanke auch Henchoz zu gefallen. Doch nach der Intervention eines Mitarbeiters ruderte er zurьck und versicherte: Mit der Summe habe er doch das Jahr 2020 gemeint.

Einen grцЯeren Strategieschwenk fьr das Unternehmen plant der neue Vorstandschef offenbar nicht. „Die Hannover Rьck hat viele Eigenschaften, die mir sehr gefallen“, sagte er vor wenigen Tagen der „Bцrsen-Zeitung“. „Das Unternehmen bewegt sich in die richtige Richtung.“ Eigene Ideen hat er zwar auch. Wachstumsmцglichkeiten sieht er etwa bei der Cyber-Versicherung und in Asien. Grund zur Hektik sieht er aber nicht: „Ich nehme mir bis zum kommenden Jahr Zeit, um einige Vorschlдge im Team zu erarbeiten.“

DAS MACHT DIE AKTIE:

Die Hannover-Rьck-Aktie befindet sich seit Wochen, Monaten und Jahren auf einem Hцhenflug. Alleine in diesem Jahr legte der Kurs um rund ein Drittel zu – auf die Sicht von fьnf Jahren betrug der Anstieg 150 Prozent und seit dem Zwischentief nach der Finanzkrise im Herbst 2009 hat sich der Kurs mehr als verzehnfacht. Mit diesen Zuwдchsen liegt die Hannover-Aktie immer im Spitzenfeld des Eurozonen-Auswahlindex fьr Versicherer Stoxx 600 Insurance und deutlich vor den Rivalen Munich Re und Swiss Re.

Erst vor wenigen Tagen erreichte der Kurs des 1994 an die Bцrse gebrachten Unternehmens mit 160,30 Euro ein Rekordhoch. Zuletzt notierte das Papier nur knapp darunter. Neuen Schwung kцnnten die anstehenden Quartalszahlen und die Ziele fьr das kommende Jahr bringen.

GrцЯter NutznieЯer des Kursanstiegs ist der Erstversicherer Talanx. Das Unternehmen, vor allem durch seine wichtigste Marke HDI bekannt, hдlt etwas mehr als die Hдlfte der Anteile an dem mit derzeit 19 Milliarden Euro bewerteten Rьckversicherer. Allein diese Beteiligung kommt damit auf einen Wert von rund 9,5 Milliarden Euro und entspricht damit fast dem gesamten Bцrsenwert von Talanx. Dessen restliches Geschдft wird an der Bцrse praktisch mit nur rund einer Milliarde Euro bewertet.

DAS SAGEN ANALYSTEN:

Wьrden Aktienanleger auf die Mehrheit der Analysten hцren, wдre der Hцhenflug der Hannover-Rьck-Aktie wohl schon lдngst zu Ende. Die ьberwдltigende Mehrheit der bei dpa-AFX und Bloomberg erfassten Experten rдt zum Halten oder gar zum Verkaufen der Papiere. Nur wenige Experten empfehlen, sich die Titel zum aktuellen Kurs neu ins Depot zu legen. Im Schnitt sehen die Experten die Aktie auf dem Weg in Richtung etwa 130 Euro. Dieses Niveau hat sie aber lдngst deutlich ьberschritten.

Nur zwei Experten trauen der Aktie noch mehr zu: Analyst Jochen Schmitt vom Bankhaus Metzler sieht noch etwas Luft nach oben bis 162 Euro, sein Kollege Dieter Hein von AlphaValue hat sogar 173 Euro auf dem Zettel. Kein Wunder, dass sie zu den drei Experten mit einer Kaufempfehlung zдhlen. Selbst Michael Haid von der Commerzbank, dessen Kursziel mit 155 Euro das dritthцchste in der Liste ist, rдt nur noch zum Halten der Papiere.

Pessimistischer zeigte sich Ende Mai die britische Investmentbank HSBC, die den Aktienkurs absehbar nur noch bei 118 Euro sieht. Im europдischen Versicherungssektor gebe es bessere Anlagemцglichkeiten, argumentierte Analyst Dhruv Gahlaut. Er empfiehlt, die Aktien abzustoЯen. Sein Kollege Sami Taipalus von der US-Investmentbank Goldman Sachs liegt mit seinem Mitte Oktober bestдtigten Kursziel von 120 Euro nicht weit davon entfernt – und das, obwohl er seine Gewinnschдtzungen fьr den Rьckversicherer angehoben hat.

Experten erwarten, dass die Hannover Rьck einen gehцrigen Anteil der Schдden zu tragen hat, die Hurrikan „Dorian“ in der Karibik und den USA sowie die Taifune „Faxai“ und „Hagibis“ zuletzt in Japan angerichtet haben.

Zweifel an der Gewinnentwicklung des Konzerns haben die Analysten aber kaum. Schon jetzt rechnen sie fьr 2020 im Schnitt mit einem Ьberschuss von 1,25 Milliarden Euro, es wдre der hцchste in der Unternehmensgeschichte. Fьr 2020 gehen sie von einem дhnlichen Niveau aus. Experte Darius Satkauskas vom Analysehaus Keefe, Bruyette & Woods sagte er der Aktie zuletzt dennoch einen Kursrьckgang auf 90 Euro voraus. Damit ist er so pessimistisch wie kein anderer von Bloomberg befragter Analyst.

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